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Liebe Kulturfreunde

es ist mal wieder so weit: an zwei Tagen nacheinander war Post von einer Werbeartikelfirma mit einem mit unserer Adresse bedruckten Musterkugelschreiber in unserem Briefkasten. Das ist ein sicheres Zeichen: Weihnachten steht vor der Tür! Was demnach quasi bereits auf der Schwelle stehen muss, ist der diesjährige KulturWinter. Wer also Kugelschreiber zu Weihnachten verschenken will, muss sich umtun, wer Eintrittskarten für Veranstaltungen im Advent (und zwar vom 10. bis 13.12.) verkaufen will, auch, und wer vielleicht gerade jetzt eine Weihnachtsfeier zu planen hat, dem könnte dieser Wink mit dem Zaunpfahl vielleicht nützlich sein.

Es ist aber auch die Zeit, da sich erste Rückblicke aufs Jahr aufdrängen, und die Eindrücke waren wirklich vielfältig: Wir durften mit lieben Menschen, die bei uns auf dem Hof Feste gefeiert haben singen, tanzen, einen Drachen jagen und so manches Mal auf das Leben anstoßen. Zwei Mal haben wir uns sogar einen kleinen Urlaub gegönnt, und dass wir dabei auf Leute und Plätze gestoßen sind, die eine gewisse Seelenverwandtschaft erahnen ließen, ist vielleicht auch kein Zufall. Und da man gute Dinge teilen und mitteilen soll, hier ein kleiner Bericht: Im Januar sind wir mit unseren Freunden Irene und Adi (man trifft sie öfters auch an unserem Getränke-Verkaufsstand) nach Norden aufgebrochen. In der Nähe von Wismar sind wir an einem kalten Winterabend spontan auf dem Kunterbunthof in Bäbelin (etwas größer als Erpfenhausen) untergekommen. Dort gibt es eine Ferienwohnung, eine Jurte, ein Jazzcafé in Entstehung und eine liebenswürdige Familie, bestehend aus Jenny, André und dem kleinen Unai. Wer jetzt denkt „das ist ja schön, aber ich komm so selten nach Wismar“, kein Problem: André Schuhmacher zieht nämlich mit seinen Reiseberichten der besonderen Art durch ganz Deutschland und wird nächstes Jahr bestimmt mal wieder in der Gegend sein. Dann erzählt er z.B. wie er mit seiner kleinen Familie auf dem Lastenfahrrad quer durch Europa geradelt ist. Oder man bucht eine Reise bei ihm und durchwandert auf geheimen Pfaden ganze Inseln, ein Vergnügen, das uns vermutlich nicht so schnell zuteilwird, denn unsere Urlaube sind meistens ein bisschen knapper angelegt. 

So wie im August, als wir tatsächlich drei Tage Zeit fanden, und uns den Wunsch erfüllten, einmal den Campus Galli bei Meßkirch zu besuchen, dieses unglaublichen Projekt, eine Klosterstadt nach einem Originalplan und mit den Mitteln des frühen Mittelalters zu erbauen. Sehr zu empfehlen und das Schöne: man kann immer wieder hingehen, denn diese Baustelle wird es noch eine Weile geben, ist dabei ständig im Wandel und hat sicherlich mehr Unterhaltungswert als andere Großbaustellen mit ungewissem Ausgang im Land. Von dort aus wollten wir eigentlich direkt weiter zum Bodensee, als uns unsere dortige Unterkunft kurzfristig abgesagt hat und wir plötzlich erfahren durften, wie angenehm es ist, völlig ungebunden, ziel- und planlos zu sein. Es entsteht ein Raum, in dem dann eventuell etwas Überraschendes auftaucht. In unserem Fall standen wir auf unserem Rückweg (wir hatten das Auto in Meßkirch stehen lassen und uns mit mittelalterlichen Mitteln dem Campus genähert) am Ortsrand von Rohrdorf vor dem Keltenmondhof. Der Wegzeiger dorthin war uns schon auf dem Hinweg aufgefallen. Jetzt standen wir direkt davor, wir hatten gegessen und getrunken und waren noch ziemlich ausgeruht, aber einkehren mussten wir trotzdem. Und bei Klaus, dem gebürtigen Heidenheimer, und Vesna, der kroatischen Schamanin, den Hühnern und Kuschelschafen, den anderen Gästen aus dem Dorf und vom Campus, hat es uns so gut gefallen, dass wir gleich noch zwei Nächte geblieben sind.

Zurück zu Hause hatte uns der Alltag schnell wieder, aber wer will klagen, wenn der Alltag so bunt und vielfältig ist. Oder, wie mir ein junger Mann dieser Tage sagte, der nach einem Behördengang in Heidenheim einen Besuch in Erpfenhausen dran gehängt hat, hinten in unserem Schuppen stehend: „Es gibt hässlichere Büros als dieses.“ (Auch ein interessanter Gedanke: Veränderung der Gesellschaft und des öffentlichen Lebens durch kreative Umgestaltung von Verwaltungsgebäuden). Und nunmehr trennen uns also nur noch eine Hochzeit und sechs Geburtstage vom nahenden KulturWinter.

Den ersten Abend unseres Programms verdanken wir aber quasi den eintönigen Arbeiten, die auf einem Hof wie unseren so anfallen. Beim Bettwäsche bügeln, Klo putzen etc. höre ich gerne Hörbücher. Allerdings gibt es da inzwischen auch sehr viel Schrott und oft muss ich nach drei Sätzen schon abbrechen. Eines, das ich vor längerer Zeit gleich noch ein zweites Mal angehört habe, war „Altes Land“ von Dörte Hansen, und als ich Anfang des Jahres entdeckt habe, dass es hier in der Gegend als Theaterstück aufgeführt wird, wollte ich unbedingt hin. Ich wurde nicht enttäuscht und Benny war genauso begeistert, und so kommt es, dass die Theaterei Herrlingen am 10.12. bei uns in Erpfenhausen ein Gastspiel gibt. Das Stück handelt von Heimat und Heimatlosigkeit, vom Spannungsfeld zwischen Tradition und Fortschritt und dem Gepäck, dass eine Generation an die nächste weiterreicht. Und da tut es nichts, dass die Figuren sich zwischen Ostpreußen, Hamburg und dem Alten Land bewegen, denn diese Dinge sind universell und bewegen uns dort ebenso wie auf der Ostalb. Ergreifend, liebevoll und mit Witz!

Ein anderes Theater feierte 2019 ein großes Jubiläum und es freut uns sehr, dass uns dieser Anlass im KulturWinter zusammenführt: das Naturtheater Heidenheim wurde 100 (und ist somit 10 mal so alt wie der Kulturhof und existiert bereits 5 mal so lange wie es Kleinkunstabende in Erpfenhausen gibt). Zum 100. Geburtstag schickt uns das Naturtheater seine Jugend mit einem Stück, mit dessen Protagonisten unsere Generation auch schon ihre Adoleszenz Probleme teilte: Charly Brown wird nie so alt, wie er sich immer schon fühlt. Mit seinen Freunden Lucy, Linus, Sally und natürlich Snoopy kommt er am 11.12. endlich als Musicalstar auch nach Erpfenhausen.

Meine Lieblingsszene in den Charly Brown Filmen war ja, wie er über diesen völlig verkrüppelten Weihnachtsbaum, den er ergattert hat, sagt: „ Er braucht nur ein bisschen Liebe.“ Ob das in dem Musical vorkommt, wage ich zu bezweifeln, dafür bekommen wir tags darauf, in der Klöpfelnacht vom 12.12. jede Menge Weihnachtsgeschichten präsentiert von dem bekannten SWR4 Radiomoderator Edi Graf. Er erzählt vom „Weggetaler Kripple“ und weiß „Warom d’Oma nemme Zither spielt.“ Neben diesem schwäbischen Kulturgut hat er sich zur Aufgabe gemacht Weihnachtsklassiker von James Krüss, Udo Jürgens oder Heinz Erhardt ins Schwäbische zu übersetzten und letztes Jahr ein komplettes Programm über „Stille Nacht“ gemacht, das 2018 doppelt so alt wurde, wie heuer das Naturtheater. Musikalisch wird Edi begleitet von Willy Huber, und das ist nun nicht irgendein Zitherspieler, sondern einer der Besten!

Passend zur stillen Nacht ist auch, was uns am 13.12. mit dem „Duo Mimikry“ erwartet: in aller Stille, oder zumindest ohne Worte, dafür mit 100% Körpereinsatz werden irrwitzige Kurzgeschichten erzählt, große Gefühle, kleine Missgeschicke, Leben und Tod, „Visual Comedy“ eben. Ideal für Weihnachtsfeiern mit internationalen Gästen, Ausflug des Gehörlosen-Sportvereins oder falls man Besuch von den Gegenschwiegern aus Brasilien oder Honkong bekommt- aber natürlich auch alle anderen werden von diesen fantastischen Künstlern begeistert sein!

Anlässlich des KulturWinters öffnet auch unsere Gaststube wieder ihre Türen. Unsere Freunde vom Kuchener Küchenklan haben bereits experimentiert und ein leckeres 3-Gänge Menü ausgeklügelt. Bei Interesse: einfach bei uns melden.

Und noch eine Sache möchte ich ankündigen: PferdeliebhaberInnen wird der Name Anja Beran sicher etwas sagen. Diese bekannte Pferde-Flüster-Frau hält am 14.11. einen Vortag im Kulturhof über die klassische Dressur. Ich bin gespannt, was sie zu erzählen hat. Zwar bin ich keine Reiterin, aber vielleicht hilft das ja auch in der Interaktion mit anderen Wesen mit großen Köpfen. Karten hierfür nur über www.reservix.de.

Bis dahin herzliche Grüße

Sonja Banzhaf

Unter der Rubrik „Reisetipps von den Reisemuffeln“:
www.andre-schumacher.de
www.keltenmond.de
www.campus-galli.de